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Rückblick auf den 55. Paracelsustag 2006

Die Vorstandssitzung und gleichzeitig die Vollversammlung der IPG fanden am Freitag, 20. Oktober 2006 in Salzburg statt. Im Zeichen von dringend notwendigen Einsparungen diente ein Be-sprechungsraum am Institut für Geschichte der Universität Salzburg als Versammlungsort. Der Vor-sitzende dankte den zahlreich erschienenen Vorstandmitgliedern für ihr Engagement und bat sie, sich auch künftig für die Interessen der IPG einzusetzen. Als mögliches Generalthema für eine künftige Tagung wurde auf Vorschlag von Prof. Joachim Telle (Heidelberg) „Paracelsus ein Innovator? Über-legungen zur wissenschafts- und theologiegeschichtlichen Stellung Hohenheims“ ins Auge gefasst. Eine Reihe weiterer Schwerpunkte für künftige Paracelsustage wurden ebenfalls vermerkt. Der Vorstand sprach sich dafür aus, den Kontakt zur Schweizerischen Paracelsusgesellschaft und zur Deutschen Bombastus-Gesellschaft in Dresden weiter zu intensivieren. Vor allem soll die Möglichkeit geprüft werden, künftig in einem dreijährigen Rhythmus jeweils die Tagung einer Gesellschaft in den Mittelpunkt zu stellen, zumal die Bombastus-Gesellschaft nur jedes dritte Jahr eine Tagung veran-staltet. Die IPG wird aber weiterhin an den jährlichen Tagungen festhalten, um damit auch den Kontakt zu ihren Mitgliedern zu pflegen.
Der 55. Paracelsustag am 21. Oktober 2006 fand in alter Tradition in der Bibliotheksaula der Salzburger Universität statt. Die Tagung stand unter dem Generalthema „Paracelsus und das Reich“ und erinnerte damit auch an das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation vor 200 Jahren. Die insgesamt sieben Vorträge befassten sich nicht nur mit der Einstellung des Paracelsus zum Heiligen Römischen Reich und seinen Wirkungsstätten, sondern auch mit der Frage, wie das Dritte Reich mit dem Andenken des Hohenheimers umging. Die Tagung erfreute sich eines lebhaften Besuchs und nach den einzelnen Vorträgen kam es zu intensiven Diskussionen. Erfreulich war es, dass mit Maximilian Bergengruen (Basel) und Marko Jammermann (Frankfurt am Main) auch jüngere Forscher zu Vorträgen gewonnen werden konnten und engagiert zu speziellen Themen der Paracelsus-forschung auf der Basis ihrer eigenen Forschungsergebnisse Stellungen nahmen.
Im Anschluss an die Vorträge konnte der Präsident der IPG entsprechend einem Vorstands-beschluss aus dem Jahre 2005 die Ehrenmitgliedschaft an Herrn Pastor Dr. Michael Bunners (Wismar) überreichen, der trotz der großen räumlichen Entfernung zu den treuesten Besuchern der Salzburger Paracelsustage zählt. Dr. Bunners bedankte sich für die Auszeichnung in bewegten Worten. Für Herrn Dipl. Biol. Günther Ickert nahm stellvertretend Herr Dr. Michael Liebscher die Ehrenmitgliedschaft entgegen. Die Urkunde für Herrn Prof. Dr. Alois Maria Haas, den langjährigen Präsidenten der Schweizerischen Paracelsusgesellschaft, wollte der Präsident der IPG persönlich bei der Jahrestagung in St. Gallen übergeben. In der traditionellen Gedenkansprache am Paracelsusgrab nahm Univ. Prof. Joachim Telle (Heidelberg) kritisch Stellung zur gegenwärtigen Situation der Paracelsusforschung und wies auf die Notewendigkeit einer umfassenden Neuedition der Werke des Hohenheimers, die allen wissenschaftlichen Anforderungen gerecht wird, hin. Der Ausflug am 22. Oktober 2006 führte die Teilnehmer mit der Salzburger Lokalbahn nach Oberndorf , wo die Stille-Nacht-Kapelle und die Reste von Alt-Oberndorf besichtigt wurden. Von dort ging es zu Fuß über die Salzachbrücke in die Stadt Laufen mit ihren wertvollen Kunstdenkmälern aus der Zeit der erzbischöflichen Herrschaft. Die monumentale Stadtpfarrkirche mit den Epitaphien der Laufener Schiffherren, den gotischen Tafelbil-dern und dem Altarbild von Johann Michael Rottmayr am Schiffaltar stand im Mittelpunkt. Aber auch die Altstadt mit ihren mittelalterlichen Häusern, die noch erhaltenen Tortürme und das Rathaus wurden besichtigt, bevor es über Oberndorf zurück nach Salzburg ging.





Programm - Samstag, 21. Oktober 2006

Kleine Aula der Universität Salzburg
Hofstallgasse 2-4, (Universitätsbibliothek) - EINTRITT FREI !

Paracelsus & das Reich

09.00 Uhr:

Begrüßung durch den Präsidenten der IPG

09.15 Uhr: Reinhard Heinisch, Salzburg:
"Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation - Reich und Reichsbegriff in der frühen Neuzeit".
10.00 Uhr: Heinz Dopsch, Salzburg:
"Paracelsus und das Reich -  Kontakte, Einschätzungen und Bezüge im Lebensweg und in den Schriften des Hohenheimers".
10.45 Uhr: Pause

11.00 Uhr:

Maximilian Bergengruen, Basel:
"Feudalismus und Souveränität in Paracelsus Kosmologie und im Selbstverständnis des Paracelsismus". 

11.45 Uhr:

Ulrich Fellmeth, Stuttgart-Hohenheim:
"Im Reich und außerhalb - Wirkungsstätten und Reiserouten des Paracelsus".

Mittagspause

14.30 Uhr: Marco Jammermann, Frankfurt a. M.:
"regnum deum ambit mundum. "Reich" - Ein Grenzbegriff bei Paracelsus?"
15.15 Uhr: Peter F. Kramml, Salzburg:
"Verwirklichte und nicht realisierte Salzburger Paracelsus-Projekte in der Zeit des Dritten Reiches: Universität, Krankenhaus und Denkmal - Ausstellung, Feier und Gesellschaft - ein "Paracelsus"-Spiel als "Jedermann"-Ersatz?
16.00 Uhr: Pause

16.30 Uhr: Johannes Lang, Bad Reichenhall:
"Die Inschrift auf Burg Gruttenstein - Ein Text des Paracelsus?"
17.45 Uhr: Schlussdiskussion und Schlusswort

19.00 Uhr: Gedenkworte am Paracelsus-Grab (St. Sebastian-Friedhof)






Programm - Sonntag, Oktober 2006

09.50 Uhr:

Treffpunkt am Salzburger Lokalbahnhof.
Fahrt mit der Lokalbahn nach Oberndorf, dort Besichtigung der Stille-Nacht-Kapelle. Über die Salzachbrücke nach Laufen und Führung durch die Altstadt mit Besichtigung der Stadtpfarrkirche und ehemaligen Stiftskirche zur hl. Maria. Von Laufen zurück nach Oberndorf und mit der Lokalbahn nach Salzburg. Rückkehr um ca. 13.00 Uhr.






Vortragende

Univ. Prof. Dr. Reinhard R. Heinisch
Fachbereich Geschichts- u. Politikwissenschaft  der Universität Salzburg, Präsident der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde  

Univ. Prof. Dr. Heinz Dopsch

Fachbereich Geschichts- u. Politikwissenschaft der Universität Salzburg, Präsident der IPG

PD Dr. phil.Maximilian Bergengruen
Deutsches Seminar der Universität Basel

Prof. Dr. Ulrich Fellmeth
Archivdirektor, Universität Stuttgart Hohenheim

Dr. Marco Jammermann
Frankfurt am Main

Dr. Peter F. Kramml
Direktor des Stadtarchivs Salzburg

Dr. Johannes Lang
Leiter des Stadtarchivs Bad Reichenhall

Prof. Dr. Joachim Telle
Universität Heidelberg